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Der Turm der Ehlener Kirche wurde
wahrscheinlich im 12. Jahrhundert erbaut. Zumindest weisen die romanischen
Rundungen der Schallöffnungen darauf hin. Der Turm selbst wurde mehrfach
renoviert, er scheint auch ursprünglich höher gewesen zu sein,
wie in alten Kirchenschriften zu lesen ist. Genaueres ließe sich
aus dem unterschiedlichen Gesteinsmaterial erschließen. Ursprünglich
zierte ein Hahn nach katholischer Tradition die Kirchturmkuppel, wurde
jedoch 1768 durch eine Fahne ersetzt. In der bei den Renovierungen der
Jahre 1974 und 1993 abgenommenen Spitze befanden sich Dokumente und Münzen.
Den jeweils neuen Kirchturmspitzen mit Wetterfahne wurden weitere Aufzeichnungen
und Münzen beigefügt.
Die älteste in diesem Turm befindliche Glocke stammt aus dem Jahre
1578. Im ganzen gibt es drei Glocken, die beiden weiteren wurden 1973
gegen die eisernen „Notglocken“ ersetzt.
Das heutige Kirchenschiff wurde erst vom 01.07.1817 bis 14.11.1818 als
schlichter zweistöckiger Sandsteinbau mit halbrunden Fenstern und
zwei seitlichen Türeingängen erbaut. Der ursprüngliche
Eingang könnte durch den Turm in das Kirchenschiff geführt haben.
Noch heute sind die Reste eines Gewölbes im Turm auf heutigem Kellerniveau
vorhanden.
Alte Bänke auf den Emporen mit den Jahreszahlen 1652/53 weisen noch
ebenso auf das alte Kirchenschiff hin wie die Form des Kanzelbaldachins
und die Stützsäule unter der Kanzel. Jedoch gibt es vom Aussehen
des Vorgängerbaus keinerlei weiteren Aufzeichnungen. Die Bestuhlung
von Kirchenschiff und Empore ist auf die hoch über dem Altar positionierte
Kanzel ausgerichtet. Das entspricht der niederhessisch-reformierten Tradition
mit dem Vorrang der Wortverkündigung vor der Liturgie.
Die Orgel wurde im Jahre 1820 gebaut und hat einige Verfallszeiten und
darauffolgende vollständige Renovierungen erlebt. Der Altar - ursprünglich
aus Holz -wurde 1961 durch Sandstein ersetzt. Ebenfalls aus Holz ist die
Kanzel, die seit 1818 so geblieben ist. Die heutige Innenausstattung der
Kirche ist hell und schlicht und besitzt noch unterhalb der Kanzel links
und rechts hölzerne Abtrennungen ursprünglich für die Kirchenältesten
und den Herrensitz des Guts Bodenhausen.
Unweit der Kirche befindet sich die sogenannte alte Steinscheuer, die
als ältester erhaltener Kirchenbau des Kreisteiles Wolfhagen gilt.
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