
Zum Thema
Kirchensteuer
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Die Kirchensteuer Kirchenaustritte in unserer Gemeinde
bewegen uns als Kirchenvorstand in jedem einzelnen Fall. Leider findet
meistens keine Kommunikation mehr statt. Auch auf freundlich gemeinte
Briefe hin, die die Frage nach den Motiven an die Ausgetretenen richtet,
gibt es keinerlei Reaktion der Ausgetretenen. In Gesprächen bei verschiedenen
Begegnungen äußern ebenfalls Betroffene durchaus ihr Interesse
an religiösen Fragen und Lebensdeutungen. Doch religiös leben
könne man eben auch ohne Kirchenmitgliedschaft. Wer zahlt Kirchensteuer?
Wie wird die Kirchensteuer eingezogen? Die Finanzämter haben diese
Aufgabe für die Kirchen übernommen entsprechend den Verträgen
zwischen Kirche und Staat. Die eingezogenen 9% auf die Lohnsteuer sind
die realen Einnahmen der Kirche. Davon hat sie 3-4% als Seviceleistung
dem Staat zu überlassen. Wie wird die Kirchensteuer berechnet? Ein Beispiel: Ein Ehepaar ohne Kinder zahlt bei einem Monatseinkommen von 1600,-€ brutto 12,- € Kirchensteuer. Das gleiche Ehepaar würde mit einem Kind 7,64 € und mit drei Kindern keine Kirchensteuer zahlen. Es wird also die reale Finanzkraft zugrunde gelegt – auch ein Prinzip von sozialer Gerechtigkeit. Was ist der besondere Wert dieser Art des Mitgliedsbeitrages? Durch regelmäßige und vor allem berechenbare Einnahmen kann die Kirche langfristig und damit sicher planen. Dies kommt den Gemeinden, den zahlreichen kirchlichen und diakonischen Einrichtungen zugute. Geschichtliches Bis ins 19. Jhd. hinein bestritten
die Kirchengemeinden ihre Ausgaben durch freiwillige Spenden, Erträge
aus kirchlichen Vermögen und durch Naturalien. Durch die Industriealisierung
und die wachsenden Städte konnten die Aufgaben gerade in den Städten
nicht mehr erfüllt werden, da dort die o.g. Einnahmen fehlten. Als
Ausweg aus dieser Finanznot bot der Staat den Kirchen ein eigenes Steuerrecht
an. Die Höhe dieser Steuer richtete sich nach dem tatsächlichen
Bedarf; sie durfte nur zur Deckung der Kosten für Gottesdienste,
Besoldung und Religionsunterricht verwendet werden. Alle weiteren Aufgaben
mußten durch Spenden gedeckt werden. Sind heute Alternativen zur Kirchensteuer denkbar? Es gibt nur wenige Möglichkeiten,
die alle auch Nachteile haben.
Gedanken eines Pfarrers beim Austritt eines Gemeindeglieds finden Sie hier |